Vipassana-Retreat

10 Tage stille Meditation in Thailand. Und dann? Teil 1

Habt ihr euch schon mal gefragt wie es ist, 10 Tage von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, nicht zu reden, nicht zu lesen und sich nur mit sich selbst abzufinden?

Ich war nie besonders spirituell, daher war es eher die Neugier, die mich während meiner dreimonatigen Südostasien-Reise gepackt hat.

Was ist dieses 10 Tage Meditation-Retreat und wo gibt es das?
Es gibt natürlich viele verschiedene Meditations- und Yoga-Retreats. Ich srpeche hier aber von der 10 Tage Vipassana – Meditation. Vi steht für „klar“ und passana für „sehen“. Also lautet das Versprechen nach den 10 Tagen klar zu sehen. Es gibt Meditationscenter auf der ganzen Welt, alle unterscheiden sich etwas bezüglich Komfort, Programm und Essen – jedoch beruhen alle auf ein paar Grundregeln.

Die Grundregeln

1. Du sollst nicht mit den anderen Mediatoren reden
2. Du sollst nicht töten – ja, auch keine Mücken oder sonstige Insekten.
3. Kein Internet, Handy, lesen, schreiben etc. – damit du dich 100% auf das Ausüben der Meditation konzentrieren kannst
4. nur vegetarische Nahrung, ab 12 Uhr mittags keine feste Nahrung mehr

Jetzt mag sich der eine oder andere denken – wo bleibt der Spaß? Ich möchte nicht zu viel verraten, aber der Spaß kommt wenn du auf eine Reise durch deine innere Gedanken- und Gefühlswelt gehst.

Das Meditationscenter

MöncheTempel

Mönche im Doi Suthep Tempel

Ich habe mich für das Doi Suthep Meditationscenter entschieden, das sich in Chiang Mai, im Norden von Thailand befindet. Das Besondere ist, dass alle Teilnehmer individuell kommen können und zudem auch keine 10 Tage bleiben müssen, Mindestaufenthalt ist jedoch 4 Tage. Es liegt 5min entfernt von einem sehr berühmten und touristischen Tempel, zu dem Meditationscenter verirren sich jedoch kaum Touristen. Wer sich jetzt vorstellt, dass dort totale Ruhe herrscht, täuscht sich. Das Center sowohl wie die Unterkunftshäuser liegen im Dschungel und ich habe noch nie so laute Chöre von verschiedensten Insekten erlebt. Zudem jaulen herrenlose Hunde und ab und zu hört man Thais, die sich lautstark unterhalten, was sich für mich immer wie streiten angehört hat. Ich würde trotzdem sagen, dass es ein abgeschiedener und friedlicher Ort ist.
Jeder bekommt ein Einzelzimmer, ausgestattet mit Bett und Meditationskissen – mehr braucht man nicht. Das Zentrum – wie alle Vipassana Meditationszentren lebt von Spenden, es gibt also keine feste Kursgebühr.

Der Tagesablauf

Alle Tage verlaufen ziemlich ähnlich. Ich hatte sogar das Gefühl, dass ich mich in einer Zeitschleife befinde. Dennoch empfand ich diese Routine nach dem planlosen Vagabondieren als sehr angenehm. Jeden Tag klingelt um 5 Uhr morgens der Wecker, 5:30 Dharma Talk mit dem Mönch, 7 Uhr Frühstück, 11 Uhr Mittagessen, 13 Uhr kurze Besprechung mit dem Mönch (ja, du darfst reden!) und 18 Uhr Chanting – eine Stunde gemeinsames Singen. In den Zwischenzeiten ist Meditation angesagt, in deinem Zimmer oder in der Halle des Zentrums, das ist ganz dir überlassen. Dabei habe ich persönlich so an die 6-8 Stunden mit Meditation verbracht. Es können aber auch weniger oder mehr Stunden meditiert werden, keiner wird zu etwas gezwungen.

Doi Suthep

Doi Suthep

 

Neugierig geworden? Das Meditationscenter findet ihr unter http://www.fivethousandyears.org/. Mindestaufenthalt ist 4 Tage (aber du kannst jederzeit den Kurs abbrechen).

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